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Hier finden Sie Informationen zu Comic-Veröffentlichungen von Dirk Schwieger.

Neue Folgen Nichimandoku!

17. August 2013

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Fast zwei Jahre sind seit der letzten Episode des Comics „Nichimandoku“ schon ins Land gegangen, in dem ich mich mit der Mangazeichnerin Matsuoka Waka und der Germangaka Christina Plaka regelmäßig über die Atomkatastrophe in Fukushima ausgetauscht habe.

Eine schöne Gelegenheit also für ein Update unseres Panelgesprächs, dass die Bundeszentrale für politische Bildung drei neue Episoden für den im nächsten Jahr erscheinenden „Länderbericht Japan“ in Auftrag gegeben hat.

Geplant ist ein Einblick in die jeweiligen Erfahrungswelten aller drei Künstler_innen:

• in Japan, das trotz aller Desaster an der Atomkraft festhalten wird (Waka);
• in Deutschland, das mit seiner Politik der „Energiewende“ am stärksten auf den 11. März 2011 reagiert hat (Schwieger);
• und im Blick der unablässig Pendelnden, Hin- und Hergerissenen (Plaka).

Zurück auf dem Kontinent …

17. Juni 2013

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… der Kopf randvoll mit neuen Eindrücken – darunter das Unbehagen, realen Doppelgängern der eigenen Comicfiguren zu begegnen, ein denkwürdiges Treffen mit der Poetikerin, Hacktivistin und Piratenbraut Birgitta Jónsdóttir und einer Reise in die nördlichste Stadt der entlegenen Westfjorde, Bolungarvík, wo 2011 eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Elfen und Menschen stattgefunden hat – alles archiviert und nachzulesen auf dem Blog des Goethe-Instituts.

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(Großen Dank an Davið und Kristín von der UNESCO Literatustadt Reykjavík, die Mitarbeiter des Goethe-Instituts Kopenhagen und Björn Kozempel – Mittler, Mountain Guide, Mädchen für alles.)

„about:blank“ – Blog aus Island

1. Mai 2013

Während das Walther von Goethe-Stipendium sich naturgemäß mehr dem unsichtbaren Spektrum der isländischen Gesellschaft zuwenden wird und eine gewisse Verschwiegenheit voraussetzt, hat das (Wolfgang von) Goethe-Institut mir einen Blog eingerichtet, der meine Recherchearbeit dokumentieren soll.

Im Folgenden der heutige erste Eintrag, alle weiteren werden hier hochgeladen.

Out of the closet


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Die Rückwand des Schrankes gibt etwas nach, und ich bin mitten im Flughafen Keflavík.
Zehn Jahre war ich nicht im Land, eingemottet, Lavendelduft, wegsortiert hinter den holzvertäfelten Schiebetüren der Ankunftshalle.

Ein bisschen Dollhouse – wer bin ich diesmal?
Ich bekomme einen Namen (zittrige Versalien, bestimmt in voller Fahrt verfasst);
einen Taxifahrer, hünenhaft mit sorgenvollem Blick;
und ein Ziel: Residenzcomiczeichner im Gunnarshús, dem Haus des isländischen Schriftstellerverbandes.

Auf der Fahrt durch die Lavafelder Schneeregen, rechts taucht die ehemalige US-Marineluftwaffenbasis auf.
Vor zehn Jahren noch spannende Gespräche hier über 1943, den verheerenden Angriff der Elfen auf die US-Basis im Hvalfjörður.
Jetzt ist der Natodraht gekappt, leben Isländer hinter den hohen Maschendrahtzäunen.

Ich frage den Taxifahrer nach Jón Gnarr, dem anarchistischen Comedian-Bürgermeister von Reykjavík.
Gnarr will Island zur militärfreien Zone machen, erst vor wenigen Tagen der Beschluss, keine Militärflugzeuge mehr in Keflavík landen zu lassen.
Der Fahrer ist wenig begeistert.
– Island ist ein sehr kleines Land.
– Island braucht Schutz.
– Island ist doch Teil der NATO.
Wenn es nach Gnarr geht allerdings auch nicht mehr lange.

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Wir erreichen Reykjavík. Heimatgefühle, trotz aller spitzen Kommentare David Rakoffs im Hinterkopf.

– I had been expecting a baby Amsterdam, whole spun sugar, northern European architecture, spires, gables, cobblestones.
– Reykjavik, however, turns out to be a very Bauhaus kind of town.

Letze Woche erst der Mies van der Rohe Award für Harpa, das Konzerthaus am Hafen.
Aber Rakoff meinte es anders.
– A lot of it looks not a little like a vast Audi dealership.

BAUHAUS auch auf den Lamellen der Prismenanlagen am Straßenrand.
Viele Jahre war die deutsche Baumarktkette ein Symbol für den Finanzcrash.
– „Das Spukhaus”.
Heimgesucht vom Geist der Krise.
Ende 2008 wollte man eröffnen, dann wurden kurzfristig alle Angestellten wieder entlassen, alle Pläne auf Eis gelegt.
– „Die Verlasse Farm.“
Jahrelang thronte das Gebäude halbfertig auf einer Anhöhe.
– „Die Deutsche Ruine.“
Aus welchem Krieg?

Die Krise.
Das WikiLeaks-Kapitel.
Das Wiedererstarken der alten Eliten bei den Parlamentswahlen letzte Woche.
Das Stipendium als Gelegenheit, das vergangene Jahrzehnt in Island besser zu verstehen.
Das Blog als Notizbuch und Gedankenstütze.
Das Netz vergisst nie.

I try to be my best.

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Walther von Goethe-Stipendium

21. März 2013

Zuviel der Ehre – erst das Schriftstellerstipendium des Goethe-Instituts für meinen Elfen-Comic, und jetzt sogar zeitgleich als Stipendiat der Walther von Goethe Foundation nach Island.

Benannt nach dem letzten Enkel des deutschen Dichterfürsten, dem glücklosen, kränkelnden, schwulen, genialen Dilletanten Walther, führt die Foundation die Tradition staatlicher und zuletzt privater Goethe-Institute in Island fort und erweitert deren klassisches Lehrangebot um Fächer wie „Elfen-, Zwergen- und Sexualkunde“.

Zeit seines Lebens trug Walther schwer an der Last seines Namens und den damit verbundenen Erwartungen. Über seinen zunehmend verehrten Großvater schrieb er einmal in einem Brief:

„Er war ein Hüne, ich bin ein Hühnchen.“

foundation– ein Gefühl, das nicht wenigen deutschen Schriftstellern vertraut sein dürfte. Und das ich spätestens nach der Stipendienvergabe durch den Gründer und Präsidenten der Foundation, den Berliner Konzept-Punk Wolfgang Müller, bestens nachempfinden kann – veröffentlichte der doch schon 1980 seine queeren „Comic-Trips“ mit einer Leichtigkeit und Klarsicht fernab meiner Möglichkeiten.

Zur Einstimmung auf den Stipendienaufenthalt hier noch ein Lied, geschrieben von Walther von Goethe, dessen Karriere als Autor und Opernkomponist kläglich scheitern sollte:

Es heißt „Rettung“.

Bohnenwelt „Topcomic 2012“

6. Januar 2013

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Während in den USA 2013 schon das vierte Beanworld-Buch erscheinen dürfte, kürt das Online-Magazin Comicgate die deutsche Übersetzung von Buch 1 zu einem der Comics des Jahres 2012:

Larry Marders Bohnenwelt passt in keine Schublade. Man könnte es als philosophischen Strichmännchencomic bezeichnen, erfasst damit aber noch lange nicht den Kern.

Mit sehr reduzierten Schwarz-Weiß-Zeichnungen entwirft Marder seine Beanworld, einen Mikrokosmos, der wie ein Ökoysystem ganz eigenen Regeln folgt. Was innerhalb dieser Regeln geschieht, können kleine Kinder als lustige Abenteuer und Erwachsene als vielfach interpretierbare Parabeln über den Menschen, das Universum und die Kunst lesen.

Abgetaucht …

7. Juni 2012

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Zugunsten der Arbeit an People Not Seen, der Comic-Reportage über Islands Elfen, wird in der nächsten Zeit an dieser Stelle nur sehr spärlich gebloggt werden … offline geht es dafür umso mehr voran.

„Die Möglichkeit einer Insel“

23. Mai 2012

bohnenwelt-202x3002Im heutigen Tagesspiegel betrachtet Waldemar Kesler wohlwollend die Bohnenwelt:


Beim Betrachten der Bohnenwelt lernen wir die materielle Ökologie genauso kennen wie die Ökologie widerstreitender Bedürfnisse.
Solche Ökokunst macht Kindern die Welt begreiflich und spielt gleichzeitig so viele Fragen des Zusammenlebens durch, dass es auch für Erwachsene eine reine Freude ist.

Lob auch hier für die Übersetzung:

Und aus der ausgezeichneten Übersetzung von Daniela Seel und Dirk Schwieger ploppt immer mal wieder wie ein Stummelspross vom Lebensbaum eine Sprachperle heraus: „Von drinnen: ein dünnes Wimmern, das sich zu Wut verdickt.“

„Irgendwas zwischen Documenta und Systemtheorie“ – Georg Seeßlen zu Bohnenwelt

3. Mai 2012

2012-18-titel-a1In der aktuellen Jungle World widmet sich Georg Seeßlen auf vier Seiten ausführlich der Bohnenwelt und ihrem Schöpfer, Larry Marder.
Seeßlen führt durch die Prozesse der Bohnenwelt, zeichnet Marders Werdegang nach und bezeichnet den Comic sowohl als gelungenes Kinderbuch und „gutes family entertainment“ als auch als eine „Schule des soziostrukturellen Denkens“:


So sieht man zu, wie sich durch Arbeitsteilung Gesellschaft ausdifferenziert, wie Spezialfähigkeiten zugleich Fortschritt und Problem bedeuten, wie sich in der Bohnen-Gesellschaft Methoden der Kommunikation und Selbstreflexion ausbilden, wie sie Bequemlichkeit und Nachhaltigkeit verbinden müssen, wie verschiedene Fähigkeiten in der Differenzierung einer Gesellschaft miteinander in Konflikt geraten, wie sich das Weltbild eines Kollektivs verändert, wie sich Bild und Sprache entfalten.

Großes Lob auch für die Übersetzung:

Die Übertragung hat eine ganz eigene Balance zwischen den Polen Einfachheit und Sophistication geschaffen; besser kann man es bestimmt nicht machen.


Hier der ganze Artikel.

Bohnenwelt-Rezension

24. April 2012

bohnenwelt-202x3002 In einer sehr ausführlichen und kenntnisreichen Rezension lobt Thomas Kögel auf Comicgate die Bohnenwelt und nicht zuletzt ihre Übersetzer über den grünen Klee:


An dieser Stelle ist die exzellente Übersetzung der deutschen Ausgabe zu loben, an der die Lyrikerin Daniela Seel zusammen mit dem Comiczeichner Dirk Schwieger arbeitete. Den beiden gelingt es, Marders Sprachwitz auf eine Weise ins Deutsche zu transportieren, für die man ruhig einmal den abgedroschenen Begriff “kongenial” verwenden darf.

Nichimandoku – Printversion

25. März 2012

Nach Abschluss von Nichimandoku hat das Goethe-Institut Tokyo nun eine Printversion des Projektes veröffentlicht (Hier die Coverillustration von Matsuoka Waka).
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Sie enthält alle 36 Episoden in deutscher und japanischer Sprache (und gegenläufigen Leserichtungen), dazu ein Vorwort des deutschen Botschafters in Japan, Volker Stanzel, und ein Nachwort von Comic-Professorin und Nichimandoku-Editorin Jaqueline Berndt.
Die limitierte Auflage ist leider nur in Japan erhältlich.